Weilheim verliert in Leinfelden

Nach einer hart umkämpften Partie musste sich der TSV Weilheim der HSG Leinfelden/Echterdingen mit 23:27 (13:13) geschlagen geben. Hauptgrund dafür war die mangelnde Chancenauswertung und vor allem in der zweiten Hälfte zu wenig Bewegung im Rückraum.

Mit einer Rumpftruppe und nur 3 Auswechselspielern reiste Thomas Burger zum ersten Auswärtsspiel der Saison nach Leinfelden. Das die Bedingungen daher besser sein konnten war allen im Weilheimer Lager klar, das man deswegen aber nicht chancenlos ist auch. Aus der Stammformation fehlten Fabian Zettl, der durch Benjamin Banzhaf ersetzt wurde, und für den verletzten Bernhard Illi begann Alexander Müske zwischen den Pfosten. Das Trainerteam forderte hauptsächlich den Biss und die Leidenschaft aus dem Spiel gegen Owen erneut an den Tag zu legen und die gewohnt starke Abwehr aufzubieten. Das gelang auch vom Anpfiff weg. Bis zum 5:5 legten die Weilheimer stets vor und brachten die offensive 3:2:1 Deckung der Gastgeber regelmäßig über den Kreis in Bedrängnis. Mit der ersten Zeitstrafe für die Weilheimer drehte sich zunächst das Momentum und fortan hatte die HSG die Nase vorn, beim 10:7 gar mit 3 Toren. Das zwang Thomas Burger zu seiner ersten Auszeit und zu ein paar ordnenden Worten. In der Defensive hatte man sich gut auf die Distanzschützen aus Leinfelden eingestellt und man schaffte es nun auch den ein oder anderen Konter zu fahren. So gelang es zum 10:10 zu egalisieren und nach dem 12:12 gar kurz vor der Pause in Führung zu gehen. Drei Sekunden vor der Halbzeit wurde der Angriff der HSG unterbrochen und die HSG erhielt einen Freiwurf. Der Unparteiische entschied dann noch das der Ball zu lange von Timo Klein gehalten wurde und ahndete dies mit einer Zeitstrafe. Zu allem Überfluss wurde der fällige direkte Freiwurf von der Abwehr abgefälscht und landete zum Ausgleich im Weilheimer Gehäuse. 

Aller Aufregung zum Trotz konnten die Limburgstädter mit der ersten Hälfte zufrieden sein. Die Tatsache das das Spiel nur von einem Schiedsrichter geleitet wurde, ist dem allgemeinen Schiedsrichter-Mangel im Bezirk Esslingen/Teck geschuldet.
Trotz Unterzahl wehrten die Weilheimer die Angriffe der Leinfeldener zu Beginn der zweiten Hälfte erfolgreich ab. Fünf Minuten dauerte es, bis der ersten Treffer der zweiten Halbzeit fiel. Der TSV ging mit 14:13 in Führung. Schnelle Ballgewinne waren in dieser Phase für beide Mannschaften eine Seltenheit, es dominierte der Kampf. Die Filderstädter fanden als ersten zu ihrer spielerischen Linie zurück und zogen mit einem 4:0-Lauf auf 17:14 davon. Der reaktivierte Markus Mayer kam für Alexander Müske ins Tor und auch auf dem Feld stellte Trainer Burger etwas um. Wie sich zeigen sollte mit Erfolg. Kaum auf dem Feld parierte Mayer zwei Hochkaräter der Hausherren und Braun war von Linksaußen per Heber erfolgreich. Weilheim kämpfte sich allmählich zurück, doch jeder Treffer war harte Arbeit. So Stand es nach 44 Minuten 18:19 aus Sicht der Weilheimer. Eine magerer Torausbeute, doch das galt auch für die HSG Leinfelden/Echterdingen. Noch einmal konnten die Roten ausgleichen, konnten in den folgenden Minuten den Anschluss aber nur noch schwer halten. Der Spielaufbau im Angriff fand nun praktisch kaum noch statt. Entweder erfolgte nach dem zweiten Pass der überhastete Abschluss aus der Distanz, oder man rieb sich aufgrund mangelnder Bewegung ohne Ball in lästigen Eins-gegen-Eins-Duellen auf. Lichtblick in dieser Phase war die Defensive vor einem sehr gut aufgelegten Markus Mayer, der abgesehen vom Resultat, einen Einstand nach Maß feierte. Gegen die freien Würfe bei Kontern war allerdings auch er machtlos. Beim 20:21 verlor man endgültige den Anschluss und fand sich mit nur vier Weilheimer Spielern auf dem Feld wieder. Zwar konnten die Gastgeber diese Überzahl nur erstaunlich schlecht verwerten, doch wieder vollzählig spielten die Weilheimer fast schlechter wie in Unterzahl. Die HSG setzte sich auf 26:21 ab und sorgte damit für die Vorentscheidung. Die restlichen Treffer zum 27:23 Endstand für Leinfelden/Echterdingen waren nur noch Ergebniskosmetik. Was dem TSV bleibt ist die erste Saisonniederlage und die Erkenntnis, das man mit einer disziplinierteren Leistung im Angriff auch das Auswärtsspiel beim letztjährigen Vizemeister hätte gewinnen können.
Nun wartet erneut ein spielfreies Wochenende auf die Burger-Sieben, bevor man am 12.10.13 um 16:15 Uhr beim TSV Wolfschlugen 2 das nächste Auswärtsspiel bestreitet.

TSV Weilheim: Müske, Mayer - Steinke (4), Schumacher, Klein (4), Hiller (6/5), Braun (2), Banzhaf (1), Seyferle (3), Klett (3).

HSG Leinfelden/Echterdingen: Artale, Wirtz - Strifter (1), Moser, Reutter (1), B. Schwarz (7/2), Alber (2/1), Volks (4), Speckmann (6), Woischke (3), Hohaus, Hachtel, Förch (2/1), S. Schwarz (1/1).