Torspektakel in der Lindachhölle: Limburgdrachen schicken Lauterstein mit einem ordentlichen Paket nach Hause

Der TSV Weilheim zerlegt die SG Lauterstein vor heimischem Publikum mit 45:23 (22:13) und liefert damit die wohl deutlichste Antwort auf die Frage: „Geht da noch was diese Saison?“ – Und wie! 60 Lindach Legionäre sahen ein Spiel, das man in dieser Form in Weilheim diese Saison nicht allzu oft zu Gesicht bekam.

Man muss kein großer Statistiker sein, um zu erkennen: Die letzten Wochen waren eher Kategorie „Lernen durch Schmerz“. Zwischen Last-Second-Knockout, „Fehlerfestival“ und dem einen oder anderen Ausflug ins Tal der Tränen hatten die Limburgdrachen zuletzt mehr Lehrgeld bezahlt als Punkte gesammelt.Umso überraschender – und gleichzeitig erfrischender – war das, was die Jungs am Sonntag auf die Platte zauberten.

Weilheim/Teck, 12.04.2026 - 15:00, Männer Bezirksliga Staffel 1

Der Start ins Spiel? Solide. Nach 15 Minuten ein 9:7 – also genau die Sorte Spiel, bei der man sich als Weilheimer Fan diese Saison schon öfter gefragt hat: „Kippen wir das jetzt wieder oder nicht?“ Diesmal: ganz klar „gekippt wird erst nach dem Spiel!“ Denn im Gegensatz zu manch früherer Partie, in der man nach starker Phase kollektiv den Stecker zog, blieb die Truppe diesmal hellwach. Vorne wurde getroffen, hinten zugepackt – und wenn doch mal was durchkam, war spätestens beim nächsten Angriff die Antwort parat.

Hinten steht die Bank – und zwar wortwörtlich

Was bei all der Offensivfreude fast ein bisschen untergeht: Auch hinten wurde geliefert. Und zwar ordentlich. Carl-Philipp Moselewski vernagelte phasenweise das Tor, als hätte er die Lindachhalle kurzerhand zur Sterneküche erklärt – „hier brennt heute nix an“. Paraden in wichtigen Momenten sorgten dafür, dass Lauterstein gar nicht erst ins Spiel zurückfinden konnte.

Und wenn es dann doch mal zum Siebenmeter kam, war da ja noch Marius Dehm. Der bewies einmal mehr, dass er vom Strich aus ungefähr so einladend wirkt wie eine Steuerprüfung. Mehrfach parierte er die Strafwürfe der Gäste und avancierte damit zum 7-Meter-Killer.

Wer nach der Pause auf ein Aufbäumen der Gäste gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Limburgdrachen legten einen 6:0-Lauf aufs Parkett, der mehr Aussagekraft hatte als jede taktische Analyse.Erst in Minute 33 durfte Lauterstein mal wieder jubeln – da stand es allerdings schon 24:14. Kurz gesagt: Messe gelesen, Bier kaltstellen.

Mannschaft statt One-Man-Show

Es war mal wieder eine dieser Leistungen, bei der sich gefühlt jeder in die Torschützenliste eintragen durfte.Vielleicht ist es genau das, was diesen Sieg so wertvoll macht: Nicht die zwei Punkte. Sondern das Gefühl, dass diese Mannschaft – trotz aller Höhen und Tiefen – eben doch mehr kann, als sie in den letzten Wochen gezeigt hat.

Am 25. April kommt Frisch Auf Göppingen in die Lindachhalle – und nach so einem Auftritt dürfte klar sein: Die Limburgdrachen haben noch nicht fertig.

Kurzgefasst:

TSV Weilheim - SG Lauterstein: 45:23 (22:13)

 

12.04.2026 - 15:00 Uhr, Weilheim/Teck, Männer Bezirksliga Staffel 1, Zuschauer: 60

 

TSV Weilheim: Raphael Kehle (10/6), Florian Braun (9), Patrick Seyferle (5), Josef Roth (4), Benjamin Banzhaf (3), Dominik Klett (3), Max Schumacher (3), Timo Sigel (3), Tom Sindlinger (2), David Sekan (1), Sebastian Sigel (1), Leon Tahiri (1), Marius Dehm, Andreas Klöhn, Carl-Philipp Moselewski, Alexander Späth Offizielle: Kilian Raff, Marco Schill

 

SG Lauterstein: Jannik Klingler (5/2), Matteo Merkle (4), Yannick Hofbauer (2/1), Timo Kaiser (2), Max Nagel (2), Jannis Schraag (2), Dominik Schürz (2), Arne Ziller (2), Felix Bongartz (1), Lukas Klingler (1), Niclas Boßdorf, Florian Kirrmann, Johannes Nägele, Hermann Popp, Fabian Rink, Lukas Straberger Offizielle: Michael Funk, Kim Sperrfechter

 

Schiedsrichter: Andreas Doderer