Mit dem klaren Ziel, den Tabellenführer zu ärgern und das Spiel möglichst lange offen zu gestalten, ging der TSV Weilheim in die Partie gegen Neuhausen/Filder – und setzte dieses Vorhaben zunächst eindrucksvoll um.
Der Start gelang nach Maß: Niklas Rapp brachte Weilheim früh mit 1:0 in Führung, und auch in der Folge hielten die Gastgeber das Spiel offen. Über weite Strecken der ersten Halbzeit begegnete man dem Favoriten auf Augenhöhe. Beim 9:9 (17.) war die Partie völlig ausgeglichen, und auch danach blieb Weilheim dran. Treffer von Sebastian Martin, Leonard Real und Paul Rauner sorgten dafür, dass der Rückstand überschaubar blieb. Trainer Briem: „Wir haben hervorragende 25 Minuten gespielt und den Favoriten Paroli bieten können“. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnte sich Neuhausen etwas absetzen, sodass es mit einem 14:20 aus Weilheimer Sicht in die Kabine ging.
Auch nach dem Seitenwechsel zeigte Weilheim zunächst Moral. Jan Renneberg verkürzte direkt nach Wiederanpfiff auf 14:20, und bis zum 15:21 (34.) blieb der Abstand noch in einem Rahmen, der Hoffnung ließ. Doch dann machte sich die individuelle Klasse des Tabellenführers immer deutlicher bemerkbar. Neuhausen, gespickt mit Spielern aus der Jugendbundesliga, erhöhte nochmals das Tempo und spielte seine Angriffe mit großer Präzision zu Ende.
Trotz Treffern von Gabriel Goll, Niklas Rapp oder Calvin Hartmann gelang es Weilheim nicht mehr, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Zwischen der 40. und 55. Minute setzte sich Neuhausen Tor um Tor ab – begünstigt auch durch einige Zeitstrafen auf Weilheimer Seite. Spätestens beim 23:40 war die Partie entschieden. Co-Trainer Hartmann: „Man hat am Ende deutlich gesehen, warum Neuhausen um die Meisterschaft spielt.“
In den Schlussminuten zeigte der TSV dennoch Charakter: Jakob Ulmer und Gabriel Goll betrieben noch Ergebniskosmetik, ehe die Begegnung letztlich deutlich mit 25:42 endete. Ein Resultat, das den Spielverlauf in seiner Gesamtheit widerspiegelt – und auch die Qualität des Tabellenführers unterstreicht, der nicht umsonst an der Spitze steht.
Für den TSV Weilheim, dessen Abstieg nun feststeht, bleibt nun noch ein letztes Saisonspiel. Dort möchte sich die Mannschaft mit erhobenem Haupt verabschieden und noch einmal alles in die Waagschale werfen.
Emotionale Momente gab es zudem abseits des reinen Sportlichen: Mit Calvin Hartmann, Moritz Latzel und Martin Rudolph wurden echte Weilheimer Urgesteine verabschiedet. Auch für Trainer Mathias Briem war es das letzte Heimspiel an der Seitenlinie, er wird kommende Saison nicht mehr Trainer der Weilheimer sein.
Ein besonderer Dank gilt den treuen Zuschauern, die den TSV Weilheim trotz der schwierigen sportlichen Situation über die gesamte Saison hinweg unterstützt haben. Diese Unterstützung ist alles andere als selbstverständlich und zeigt den starken Rückhalt im Verein.
Weilheim: Hick, Latzel, Kruschina; Renneberg (4), Ulmer (2), Negwer (3), Hartmann, (1), Schumacher, Rapp (4), Martin (4), Stark, Goll (2), Stelzer, Rauner (1), Real (4)